Streichung der Mini-KWK-Förderung - Markteinführung innovativer Technologie steht auf dem Spiel
Energie-Nachrichten Heizkosten reduzieren und das Klima schützen Verivox, 07.01.2010 17:50 Rostock - Werden Ihre Heizkörper bei gleicher Thermostatstellung unterschiedlich warm? Verursacht Ihre Heizung Strömungsgeräusche? Dann könnte es sein, dass kein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchgeführt wurde. Dieser sorgt für ausgeglichene Druckverhältnisse im Heizungssystem und stellt die erforderlichen Warmwasser-Zuflussmengen für alle Heizkörper sicher. Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs führt im Ergebnis meist zur Absenkung der erforderlichen Heizungs-Vorlauftemperaturen. Er trägt somit zur Heizkostensenkung und zum Klimaschutz bei. Das Potential gegenüber nicht abgeglichenen Heizungssystemen kann bis zu 15 Prozent Effizienzsteigerung betragen. Die Umwälzpumpe benötigt zudem weniger Strom. Doch nach Schätzungen der Neuen Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern werden derzeit maximal ein Viertel der Anlagen hydraulisch abgeglichen. Die Folge: wegen hydraulischer Unterversorgung von Heizkörpern wird häufig einfach die Vorlauftemperatur des gesamten Systems höher eingestellt. Wenn für eine Heizungsanlage keine Rohrnetzberechnung vorliegt, kann davon ausgegangen werden, dass kein hydraulischer Abgleich vorgenommen wurde. Diese Arbeiten müssen für hydraulisch abgeglichene Heizungsanlagen erbracht werden: • Raumspezifische Heizlastberechnung, • Spezifische Heizflächendimensionierung • Rohrnetzberechnung/durchflussmengengerechte Dimensionierung der Querschnitte • Voreinstellung der Ventile an den Heizflächen entsprechend der Heizlastberechnung • Einsatz richtig dimensionierter und leistungsgeregelter Umwälzpumpen • gegebenenfalls Integration von Strangregulierungsventilen und Durchflussreglern Der hydraulische Abgleich ist auch für Bestands-Heizungsanlagen nachträglich durchführbar, was allerdings mit einem höheren Aufwand verbunden ist. Der hydraulische Abgleich wurde bereits in der Heizungsanlagenverordnung von 1982 umschrieben und ist spätestens seit 1990 Stand der Technik. Theoretisch besteht somit seit fast 20 Jahren eine Verpflichtung zur Durchführung des hydraulischen Abgleichs von warmwasserführenden Rohrsystemen durch die ausführenden Heizungsunternehmen auf der Basis der vorgenannten Berechnungen. Wenn Heizungsanlagen neu errichtet oder saniert werden - sei es auch nur durch Austausch eines Kessels - liegt automatisch eine Verpflichtung zum hydraulischen Anlagenabgleich vor. Bei speziellen Bauförderprogrammen wie z.B. KfW-Effizienzhaus muss die Durchführung des hydraulischen Abgleichs in einer Fachbauleitererklärung schriftlich bestätigt werden. Quelle: Verivox

 

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Streichung der Mini-KWK-Förderung - Markteinführung innovativer Technologie steht auf dem Spiel

Verivox, 19.07.2010 14:32

München - Mit der Aufhebung der Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm (MAP) beschränkt die Bundesregierung ihre Fördermaßnahmen auf den Einsatz erneuerbarer Energien. Innovative, energieeinsparende Technologien wie kleine Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (Mini-KWK) bleiben außen vor, weil das Mini-KWK-Förderprogramm nicht fortgeführt wird. Ehrgeizige Energieeinsparziele und die Erhöhung des Stromanteils aus der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) geraten so in der Debatte über die Förderpolitik unter die Räder. Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. forciert deshalb die Debatte über die Rahmenbedingungen zur Markteinführung innovativer Effizienztechnologien mit den Akteuren aus der Bundes- und Landespolitik.

Am 14. Juli hat die ASUE nun die Diskussion über klimaverträgliche und äußerst effiziente Energieversorgungssysteme in Deutschland mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil und den fachpolitischen Sprechern aller Landtagsfraktionen fortgesetzt.

Im Mittelpunkt des ASUE-Effizienzdialogs unter dem Titel "(R)Evolution im Heizungskeller" auf der Münchener Praterinsel standen dabei die Möglichkeiten der dezentralen Stromerzeugung durch Kleinkraftwerke hinsichtlich der aktuellen Klimaschutzziele der Bundesregierung und der Erhöhung des Anteils von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) an der Stromversorgung. Gut 80 Entscheider aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Kammern und Verbänden suchten den Dialog über diese Zukunftsfragen und informierten sich aus erster Hand über die neuesten Mini-KWK-Geräte in der begleitenden Ausstellung.

"Die Bundesregierung muss nun Antworten auf die Frage geben, wie sie zur Erhöhung des KWK-Stromanteils beitragen will, wenn sie ihre eigenen Klimaschutzziele nicht gefährden will", forderte Klaus-Peter Dietmayer, Mitglied des Präsidiums der ASUE. Angekündigt hatte sie die Verdopplung des KWK-Stromanteils auf 25 % bis 2020. Bis zum Stopp des Mini-KWK-Förderprogramms wurde deshalb bis Ende 2009 auch der Einsatz kleiner KWK-Anlagen mit Zuschüssen unterstützt. Es wurden 10.200 Förderanträge gestellt, und gut 7.000 Anlagen sind seitdem in Betrieb gegangen.

"Ohne finanzielle Anreize wird die Nachfrage einbrechen und dieser Pfad der effizienten Energienutzung blockiert werden. Für die Entwicklung neuer Gerätelinien kann das das Aus bedeuten, denn insbesondere neue Technologien sind auf ihrem Weg in den Markt auf verlässliche, konsistente Rahmenbedingungen angewiesen", erklärte Dietmayer.

Mit Blick auf die Energieeffizienz hob Minister Martin Zeil die Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung hervor, denn sie "führt zu einem insgesamt verringerten Brennstoffbedarf und ist nicht nur für Industriebetriebe sondern gerade auch für Privathaushalte sehr interessant." Aus diesem Grund beurteilte Tobias Reiß, energiepolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, "eine Förderung als sinnvoll, um neue Technologien zur Marktfähigkeit zu verhelfen."

Durch den Einsatz moderner Technologien ist eine Reduzierung von jährlich über 10 Millionen Tonnen CO2 möglich. Hier eröffnet sich die Chance, mit "Strom erzeugenden Heizungen" nicht nur Wärme, sondern auch Strom dezentral im eigenen Haus zu produzieren. "Mit diesem praxisnahen Ansatz ist zugleich eine energiepolitische Vision verbunden", so Dietmayer, "dezentrale KWK-Anlagen können zukünftig mithilfe neuer, intelligenter Stromnetze zu virtuellen Kraftwerken zusammengeschaltet werden. Das ist eine Herausforderung für die heutige Stromversorgungsinfrastruktur."

"Insbesondere Eigenheimbesitzer sollten sich vor der Modernisierung ihrer Heizungsanlage intensiv informieren und z.B. auch Nachbarschaftsmodelle zur gemeinsamen Nutzung von KWK-Anlagen ins Kalkül ziehen", empfahl Ludwig Hartmann, energiepolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN.

"Auch die regionale Politik muss sich der Herausforderung der konkreten Umsetzung klimapolitischer Ziele stellen, dabei beim Bürger für Akzeptanz werben und gleichzeitig bürokratiearme Unterstützung anbieten", skizzierte Tobias Thalhammer, energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

Die ASUE fordert die Weiterführung einer Anreizförderung für Mini-KWK-Anlagen, weil diese ein unverzichtbarer Impuls für Investitionen in den Klimaschutz ist sowie für Arbeitsplätze im Handwerk und bei Energiedienstleistern in der Region. "Bisher hat jeder Förder-Euro eine etwa achtfache Investition ausgelöst - gut angelegtes Geld. Alles spricht also für eine Unterstützung dieser innovativen Technologie", sagte Dietmayer.

Quelle: Verivox

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